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heute ist der 18.01.2018  letzte Änderung am 15.01.2018 

Aktuelles

ECMM Survey: Zygomycoses in Europe

Infektionen durch Zygomyzeten (Mucor, Rhizopus, Absidia u.a.) sind seltene invasive Pilzerkrankungen und haben eine hohe Mortalität. Amphotericin B ist die einzige verfügbare Substanz mit breiter Aktivität in vitro und dokumentierter Wirksamkeit in vivo. In den letzten Jahren wird vorwiegend aus großen Zentren in den USA eine Zunahme von Zygomykosen bei Patienten mit bösartigen Erkrankungen und/oder hämatopoetischer Stammzelltransplantation
beobachtet. Gleichzeitig sind mit Caspofungin und Voriconazol neue Antimykotika zugelassen worden, die breit eingesetzt werden, aber als Einzelsubstanzen keine intrinsische Aktivität gegenüber den Zygomyzeten haben. Posaconazol, ein in klinischer Prüfung stehendes Triazol, ist
potentiell aktiv und könnte in der Zukunft das antimykotische Arsenal gegenüber Zygomyzeten erweitern.

Kontemporäre Daten zu Infektionen durch Zygomyzeten in Europa liegen derzeit nicht vor. In Anbetracht der beschriebenen Entwicklungen ist jedoch eine bessere Kenntnis ihrer Epidemiologie wünschenswert. Die Erhebung 'Zygomycoses in Europe’ der European Confederation for Medical Mycology (ECMM) (verantwortlicher Projektleiter: Prof.G.Petrikkos, Athen; petrikos@med.uoa.gr) hat das Ziel, Fälle invasiver Infektionen durch Zygomyzeten europaweit zu sammeln und Daten zu ihrer Epidemiologie zu gewinnen. Die gewonnenen Kenntnisse können als Grundlage zur Entwicklung verbesserter diagnostischer und therapeutischer Strategien dienen und einen
Beitrag zur Verbesserung der Prognose invasiver Zygomykosen leisten.

Grundlage der Datenerhebung ist ein standardisierter anonymisierter Fallberichtsbogen (case report form, CRF), der nach Komplettierung durch den behandelnden Arzt bzw. Institution per FAX an den jeweiligen nationalen Koordinator (für Deutschland: Dr. Andreas H. Groll, Universitätsklinikum Münster) weitergeleitet wird. Bei mikrobiologisch gesicherten Infektionen
soll das Isolat zunächst vom mikrobiologischen Labor, bei Nachweis in Gewebsschnitten der dazugehörige Paraffinblock zum späteren Versand an die Studienzentrale asserviert werden. Für Diagnose und Outcome entscheidende radiologische Dokumente (CTs, MRTs) sollen in digitalisierter und anonymisierter Form an den nationalen Koordinator gesandt werden. CRFs, Isolate und Bildgebung werden vom nationalen Koordinator an die Studienzentrale in Athen weitergeleitet.

Das Studienprotokoll einschliesslich CRF wurde der Ethikkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vorgelegt (Reg.Nr. 5 II Groll). Seitens der Ethikkommission bestehen weder ethische noch juristische Bedenken gegen das Projekt.

Eingeschlossen werden können Fälle mit Diagnosedatum ab 01.01.2004, sofern ausreichende klinische/radiologische/histopathologische/mikrobiologische Daten vorliegen; die Dauer der prospektiven Erhebung ist zunächst bis Ende 2005 vorgesehen, eine Verlängerung in das Jahr 2006 ist zu erwarten. Fälle werden als wahrscheinlich oder nachgewiesen klassifiziert. Kriterien für
eine wahrscheinliche Infektion sind kompatible klinisch/radiologische Befunde und mikroskopischer Erregernachweis, die Beurteilung als nachgewiesene Infektionen verlangt neben klinischen/ radiologischen/mikroskopischen Befunden den mikrobiologischen Erregernachweis.

Die Meldung der Fälle erfolgt auf freiwilliger Basis ohne Honorarzahlung; der Versand der asservierten Isolate wird von der zentralen Projektleitung abgewickelt und finanziert. Bei einer möglichen Publikation wird jeder Teilnehmer als Mitglied der ECMM Zygomycosis Working Group im
Acknowledgement namentlich erwähnt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie durch Meldung von Fällen zum Erfolg dieser europäischen Erhebung beitragen würden und stehe Ihnen gern bei Fragen oder Kommentare zur Verfügung.

Den Dokumentationsbogen für die Fallberichte (CRF) finden Sie unter http://www.p-e-g.org/sac/frameset.htm (Studien, ECMM Survey: Zygomycoses in Europe).

Mit freundlichen Grüssen
Ihr
Andreas Groll

Priv.-Doz. Dr.med.Andreas Groll
Stellvertretender Vorsteher der
Sektion Antimykotische Chemotherapie
Klinik und Poliklinik fuer Kinderheilkunde
Paediatrische Haematologie/Onkologie
Albert-Schweitzer-Strasse 33
48129 Muenster
Tel: 0251-835-2801
Fax: 0251-835-2804
Internet: grollan@mednet.uni-muenster.de

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