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heute ist der 17.07.2018  letzte Änderung am 05.07.2018 

Aktuelles

Gentests als Frühwarnsystem für MRSA

MARBURG. Eine deutsche Forschergruppe hat ein automatisiertes Frühwarnsystem für MRSA-Ausbrüche entwickelt. In PLOS Medicine (2006; 3: e33) beschreiben sie, wie der „genetische Fingerabdruck“ der Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA) helfen könnte, die Epidemien schneller nachzuweisen.

Die Identifizierung von MRSA-Ausbrüchen ist zurzeit sehr umständlich. Die Häufung von fiebrigen Infektionen bei den Patienten mag einen ersten Verdacht liefern. Bis die Ergebnisse der mikrobiologischen Resistenztests vorliegen, verstreicht jedoch wertvolle Zeit, und die Typisierung mit konventionellen Methoden (Elektrophorese) ist umständlich. Schneller wären gentechnische Nachweisverfahren, doch die Sequenzierung der Bakterien ist sehr teuer. Schneller ist ein Gentest, der nicht ganze Gene sequenziert, sondern nach charakteristischen Merkmalen der MRSA sucht, also Genabschnitte, die bei MRSA deutlich anders sind als beim „Wildtyp“ dieses Erregers. Eine solche Region wurde kürzlich auf dem Gen für das Protein A von S. aureus gefunden. Lediglich aufgrund des Testes lassen sich allerdings keine Epidemien erkennen. Doch der Test lässt sich optimieren.

Zu diesem Zweck wurde ein Computerprogramm geschrieben, das neben den Ergebnissen des Tests auch epidemiologische Informationen zu MRSA-Ausbrüchen berücksichtigt. Die Gruppe um Prof. Dag Harmsen von der Universität Münster hat dieses Programm jetzt in Kooperation mit Fachkollegen aus Hamburg getestet. Sie konnten einen Ausbruch von MRSA auf Stationen mit einer Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 95,2 Prozent erkennen. Die Forscher sehen in ihrem Programm eine Alternative zu den bisherigen aufwendigen Methoden.

Eine funktionierende Früherkennung wird dringend benötigt, da die Häufigkeit von MRSA auch in Deutschland zunimmt. In den letzten Jahren wurde ein starker Anstieg von drei auf etwa 25 Prozent beobachtet. Der Trend dürfte weiter anhalten, wie Zahlen aus Großbritannien befürchten lassen. Dort beträgt der Anteil der MRSA bereits 60 Prozent. In den Niederlanden und Skandinavien konnte die Rate dagegen durch strikte Hygienemaßnahmen und Typisierung stabil unter drei Prozent gehalten werden. Neben verlängerten und schwereren Krankheitsverläufen bedeutet das Auftreten von MRSA äußerst arbeitsaufwendige und für das Krankenhaus sehr teure Konsequenzen, im Extremfall die Schließung ganzer Stationen, heißt es in der Pressemitteilung der Universität./rme

Links zum Thema

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 11. Januar 2006

Aktuelles
Nachricht aus dem Robert Koch-Institut
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen....
vom 28.06.2018

Leitlinie zur Lungenerkrankung bei Mukoviszidose (Modul 2: Chronische Pseudomonas – Infektion) veröffentlicht
Die unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP)....
vom 20.06.2018

Wissenschaftspreis und Promotionspreise
Eingabefrist bis zum 15. Juni 2018 verlängert
vom 29.05.2018

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Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) veröffentlicht Hinweise zur Therapie.
vom 09.01.2018

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Die S2k-Leitlinie "Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018" wurde veröffentlicht.
vom 05.01.2018

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Überarbeitete Leitlinie für die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit manifester nicht-invasiver anogenitaler HPV-Infektion veröffentlicht.
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Experten-Statement über Nonresponder und Durchbruchinfektionen unter antimykotischer Medikation veröffentlicht
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Wolfgang-Stille-Preis 2018
Der Wissenschaftspreis der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) ist jetzt zum zehnten Mal ausgeschrieben worden. Er wird zur Erinnerung an den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004), verliehen.
vom 31.08.2017