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heute ist der 17.01.2018  letzte Änderung am 15.01.2018 

Aktuelles

Vogelgrippe: Keine Übertragung durch (gekochte) Nahrungsmittel – Leitlinien zur Infektionskontrolle

Genf - Während die Vogelgrippe sich Mitteleuropa nähert, hat die Weltgesundheitsorganisation noch einmal darauf hingewiesen, dass von einem Verzehr des Fleisches erkrankter Tiere und auch vom Verzehr von Tierprodukten wie Eiern keine Gefahr ausgeht. Gleichzeitig wurden die Leitlinien zur Infektionskontrolle für den Fall einer Pandemie aktualisiert.

Die meisten Menschen – bislang 169 Erkrankungen, davon 91 Todesfälle – haben sich laut WHO-Information direkt über den Kontakt mit lebendem oder totem Geflügel infiziert. Bisher gebe es keinerlei epidemiologische Hinweise darauf, dass die Erkrankung auch durch sachgerecht erhitzte Nahrungsmittel („properly cooked food“) übertragen wird, selbst dann nicht, wenn die Tiere frisch infiziert sind. Es gebe aber einige wenige Fälle, in denen eine Übertragung mit dem Verzehr von Speisen aus rohem kontaminiertem Blut übertragen wurde.

Bereits im November letzten Jahres hatte das International Food Safety Authorities Network (INFOSAN) der WHO sich zum möglichen Übertragungsrisiko geäußert. Danach inaktiviert konventionelles Kochen (Temperaturen von 70°C oder höher in allen Teilen des Nahrungsmittels) das H5N1-Virus. Von sorgfältig gegartem Fleisch gehe deshalb keine Gefahr aus.

Hausschlachtungen und die eigene Zubereitung von erkranktem oder totem Geflügel seien jedoch gefährlich. Diese Praxis sollte (im Fall einer Endemie) unterbleiben. Eier können das H5N1-Virus sowohl in der Schale als auch im Inneren (Eiweiß, Eigelb) enthalten. Eier aus H5N1-Ausbruchgebieten sollten deshalb nicht roh oder unzureichend gekocht verzehrt werden. Ungekochte Eier (aus H5N1-Ausbruchgebieten) sollten nicht in Nahrungsmitteln verwendet werden. Die größte Gefahr geht nach Einschätzung der WHO jedoch von dem Umgang und dem Schlachten von infiziertem Geflügel aus.

Um die Angestellten im Gesundheitswesen auf eine Pandemie vorzubereiten – die Gefahr sei seit der letzten schweren Pandemie von 1968/69 niemals größer gewesen, heißt es – hat die WHO Leitlinien zur Infektionskontrolle veröffentlicht. Sie legen Regeln für den Fall fest, dass ein Patient mit dem Verdacht auf eine aviäre Influenza hospitalisiert wird. Für diesen Fall – respiratorische Erkrankung plus Exposition zu erkranktem Geflügel – ist eine Isolierung in Einzelzimmern (oder im Mehrbettzimmer zusammen mit anderen Verdachtsfällen) vorgesehen. Diese Zimmer sollten nach Möglichkeit einen leichten Unterdruck („negative pressure“) haben. Außerdem werden maximale infektionsverhütende Maßnahmen („full barrier precautions“), gefordert, einschließlich Augenschutz. Bei der Bestätigung eines Verdachts sollte die Isolierung bei erwachsenen Patienten für mindestens 7 Tage und bei Kindern mindestens 21 Tage dauern, da Kinder das Virus länger ausscheiden als Erwachsene.

Links zum Thema

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 13. Februar 2006 

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