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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Mach, Marc-Alexander von Unerwünschte Arzneimittelwirkungen: Anfragen bei einem Giftinformationszentrum von 1995 bis 2004 Adverse drug reactions reported to a regional poisons unit between 1995 and 2004 Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 11 vom 17.03.2006
Zusammenfassung Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) stellen große Risiken bei der Therapie dar. In der vorliegenden Untersuchung sollen das Ausmaß und die Schwerpunkte des Beratungsbedarfs bezüglich der Arzneimitteltherapie aufgezeigt werden. Hierzu wurden die Anfragen bei einem Giftinformationszentrum zu UAW analysiert. Von 1995 bis 2004 wurden 218 070 Anfragen per Datenbank erfasst. Die Anfragen wegen UAW wurden selektiert und eine explorative Datenanalyse wurde durchgeführt. 2 689 Anfragen zu UAW wurden registriert. 1 552 der Patienten waren Frauen, 1 035 Männer, bei 102 war das Geschlecht nicht bekannt. Die meisten Patienten waren im Alter zwischen 30 und 40 Jahren (15,4 Prozent). 1 609 Anfragen wurden von Ärzten oder Gesundheitspersonal gestellt und 1 080 von Laien.
Die häufigsten Fragen betrafen Neuroleptika, Antiinfektiva und nichtsteroidale Antirheumatika. Vornehmlich wurden neurologische, unspezifische und gastrointestinale Symptome dokumentiert. Bei 75 Prozent der Anfragen bestanden nur geringe oder keine Symptome (mittlere 17,8 Prozent, schwere 6 Prozent). 19 tödlich verlaufende UAW wurden vermerkt. Eine ärztliche Behandlung war bei der Mehrheit der Beratungsfälle indiziert, ambulant bei 37,3 Prozent, stationär bei 23,9 Prozent und intensivmedizinisch bei 13,2 Prozent der Fälle. Systematische Strategien zur Information von Ärzten und Patienten sind notwendig, um unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu vermeiden.
Die vollständige Publikation finden Sie hier.
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