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heute ist der 16.05.2008  letzte Änderung am 29.04.2008 

Aktuelles

Neues Antibiotikum gegen super-resistente Krankenhaus-Keime

London - Ein neues Antibiotikum soll den Kampf gegen gefährliche super-resistente Keime in Krankenhäusern aufnehmen. Ein Team des US-Pharmakonzerns Merck glaubt nach jahrelanger Forschung ein wirksames Mittel gefunden zu haben, das aus Bakterien in südafrikanischer Erde entwickelt wurde, wie das britische Wissenschaftsblatt „Nature“ am Donnerstag berichtet.

Das Antibiotikum Platensimycin zeigte demnach in Tests mit Mäusen ausgezeichnete Ergebnisse. Die wichtigsten der als resistent geltende Keime wurden bei den Versuchen ohne Nebenwirkungen abgetötet. Platensimycin funktioniert dem Bericht zufolge wie eine Art „Schraubenschlüssel“, der in das Bakterien-„Getriebe“ geworfen wird: Es bindet ein Schlüsselenzym namens FabF, das fetthaltige Säuren herstellt, die zum Aufbau der Zellmembran und der Oberfläche der Bakterien nötig sind.

Die gefährlichen Superkeime entstanden in den vergangenen Jahrzehnten durch übermäßigen Antibiotika-Einsatz sowie mangelhafte Hygiene in Krankenhäusern. Sie können durch herkömmliche Antibiotika nicht mehr bekämpft werden und stellen vor allem für ohnehin kranke oder frisch operierte Menschen eine große Gefahr dar.

Zu ihnen gehören unter anderem Staphylokokken, die für Blutvergiftung, Lungenentzündung, Nahrungsmittelvergiftung oder andere Krankheiten verantwortlich sind, sowie Enterokokken, die Infektionen von Wunden, dem Urin-Trakt, von Teilen des Herzens und Hirnhautentzündung hervorrufen können. Selbst das als besonders wirksam geltende Antibiotikum Vancomycin kommt gegen sie meist nicht mehr an.

Link zum Thema

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom Mittwoch, 17. Mai 2006

Aktuelles
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