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heute ist der 12.12.2018  letzte Änderung am 07.12.2018 

Aktuelles

Aids-Kongress: Neue Leitlinien für die Behandlung von erwachsenen HIV-Infizierten

New York - Der US-amerikanische Arm der International AIDS Society (IAS) hat die Leitlinien zur Behandlung von erwachsenen HIV-Infizierten aktualisiert. Die neuen Therapieempfehlungen wurden anlässlich der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2006; 296: 827-843) veröffentlicht.

Es handelt sich bereits um die 7. Aktualisierung der Leitlinien seit 1996. Die letzte Leitlinie ist erst zwei Jahre alt, doch die Einführung neuer Therapieoptionen, die Ausbreitung der Resistenzen und andere Entwicklungen machen eine regelmäßige Neuauflage nach Auskunft der IAS erforderlich. Seit der letzten Auflage seien 181 relevante neue Studien hinzugekommen, heißt es. In der Frage des Therapiebeginns bleibt das Panel aus 16 unabhängigen US-Experten dabei, dass die CD-Werte auf unter 350 Zellen/µl abgefallen sein sollten. Spätestens bei einem Abfall auf unter 200 Zellen/µl sollte die antiretrovirale Therapie einsetzen.

Das empfohlene initiale Therapieregime bleibt eine Kombination aus zwei Nukleosidanaloga (NRTI) mit entweder einem Nicht- Nukleosidanalogon (NNRTI) oder einem low-dose-Ritonavir geboostertem Protease-Inhibitor (PI). Bei therapienaiven Patienten ohne resistente Viren steht hier eine große Anzahl von Optionen offen. Die Wahl sollte sich nach Akzeptanz, vermuteter Verträglichkeit, „Pillenlast“, Komorbidität und den kurz-, mittel-, und langfristigen Nebenwirkungsprofilen richten. Außerdem sollte eine erfolgversprechende Alternative zur Verfügung stehen, falls die Ersttherapie scheitern sollte. Ein Wechsel zwischen den einzelnen Regimen sei mittlerweile durch zahlreiche „Switch“-Studien gesichert, schreiben die Autoren, sodass die Therapeuten auch die Wünsche der Patienten berücksichtigen können und sollten.

Denn von der Tatsache, dass der Patient seine Pillen zuversichtlich einnimmt, der „Adhärenz“, hängt in hohem Maße der Erfolg der Therapie ab. Das Risiko von Resistenzen erhöht sich, wenn die HIV-Replikation über der Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml steigt, was keinesfalls selten ist. Wenn man den Angaben einer PR-Agentur Glauben schenken darf, dann haben 66 Prozent der HIV-Patienten in den USA und 43 Prozent der HIV-Patienten in Europa eine nachweisbare HIV-Last im Blut (Synovate Global HIV. 1. Quartal 2006). Und jedem zehnten Patienten sind laut einer anderen Untersuchung die HI-Viren gegen wenigstens einen Wirkstoff resistent (Journal of Infectious Diseases 2005, 192: 958-966).

Bei einem Therapieversagen fordert die IAS eine möglichst schnelle Reduktion der Viruslust unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml, was bei sehr vielen Patienten auch möglich sei. Nach dem Beginn der Therapie sollten die Plasma HIV-1 RNA-Werte regelmäßig, das heißt im Abstand von 4 bis 8 Wochen überprüft werden, bis sie unter die Nachweisgrenze abgefallen sind. Danach würden drei bis vier Kontrollen pro Jahr ausreichen.

Links zum Thema

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 15. August 2006

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