Paul-Ehrlich-Gesellschaft | Impressum | Datenschutz | Kontakt
Mitgliederlogin:


heute ist der 10.12.2018  letzte Änderung am 07.12.2018 

Aktuelles

Wolfgang-Stille-Preis an zwei Forschergruppen in Heidelberg und Freiburg vergeben

Der mit 10.000,- Euro dotierte Wolfgang-Stille-Preis (Wissenschaftspreis) der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Arbeitsgruppen aus Heidelberg und Freiburg mit herausragenden Ergebnissen verliehen.

Prof. Dr. med. Oliver Keppler und Dr. rer. nat. Christine Goffinet aus der Abteilung für Infektiologie, Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg erhielten den Preis für ihre Arbeit über den pharmakovirologischen Einfluss eines Integrase-Inhibitors auf DNA-Spezies des humanen Immundefizienzvirus Typ 1 zuerkannt.

Die Entwicklung und Charakterisierung neuer therapeutischer Strategien gegen HIV stellt eine der wichtigsten Herausforderungen im Bereich der Infektionsforschung dar. Klinische Studien an HIV-Patienten mit den seit 2007 zugelassenen HIV-Integrase-Inhibitoren zeigten eine unerwartet hohe antivirale Potenz dieser neuen Wirkstoffklasse, deren zugrundeliegenden Mechanismen jedoch weitgehend noch nicht verstanden sind. Die Heidelberger Forscher untersuchten in einem von ihnen entwickelten transgenen Rattenmodell der HIV-Infektion zusammen mit Wissenschaftlern von GlaxoSmithKline die Wirkungsweise des neuen Integrase-Inhibitors GSK501015.

Sie konnten zeigen, dass die orale Behandlung infizierter transgener Ratten mit GSK501015 eine fast vollständige Hemmung des Einbaus von HIV-1 DNA in das Wirtsgenom bewirkte. Dieser direkte Nachweis konnte bisher in HIV-infizierten Patienten noch nicht erbracht werden. Weiterhin verursachte die Behandlung mit dem Integrase-Inhibitor eine Anreicherung nicht-eingebauter HIV-1 DNA in infizierten Zellen, deren biologische Aktivität zur rascheren Verminderung der HIV-Viruslast in Patienten beitragen könnten. Die Untersuchungen in dem neuen HIV-Kleintiermodell ermöglichten gleichzeitig auch die Gewinnung detaillierter pharmakologischer und virologischer Daten und erlaubten somit eine genauere Vorhersage der für die Wirkung gegen HIV wichtigen pharmakologischen Eigenschaften eines Medikaments im lebenden Organismus. Die Ergebnisse der Studie wurden im August 2009 im Journal of Virology veröffentlicht.

Dr. med. Siegbert Rieg aus der Abteilung für Infektiologie der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg erhielt den Preis stellvertretend für eine Arbeitsgruppe um Professor Winfried Kern. Im Fokus der Arbeit steht die Staphylococcus-aureus-Bakteriämie, eine bei Krankenhauspatienten häufige und schwere Infektion der Blutstrombahn. Die Krankenhaussterblichkeit beträgt nach internationalen Studien mehr als 20%, bei Infektionen mit resistenten Staphylokokken (MRSA) ist sie noch höher.

In der vorgelegten Arbeit wurde untersucht, ob die Beratung und Mitbehandlung durch ausgebildete Infektiologen Einfluss auf die bisher beobachtete hohe Sterberate hat. Hierfür wurden über einen Zeitraum von sechs Jahren 521 Patienten in die Studie eingeschlossen. Das Auftreten einer Endokarditis (Befall der Herzklappen), die Aufnahme auf einer Intensivstation, eine Infektion durch resistente Staphylokokken sowie fortgeschrittenes Alter und schwere Grunderkrankungen wurden als relevante Faktoren für eine höhere Sterblichkeit identifiziert. Mittels multivariater Analyse konnte eine höhere Überlebensrate bei Patienten gezeigt werden, bei denen im Rahmen des klinikweiten Konsiliardienstes ein Infektiologe hinzugezogen wurde. Ein solcher Effekt, der auf verbesserte Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle zurückzuführen ist, war nach früheren Untersuchungen aus den USA und der Schweiz vermutet, jedoch bisher nicht sicher nachgewiesen worden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Oktober 2009 im Journal of Infection veröffentlicht.

Der von Pfizer Pharma Deutschland gestiftete Preis erinnert an den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004). Die Preisverleihung fand im Rahmen der 22. Jahrestagung der PEG am 7. Oktober 2010 in Bonn statt. Die PEG würdigt mit dem alle zwei Jahre verliehenen Preis herausragende Forschungsarbeiten auf den Gebieten Infektiologie und Medizinische Mikrobiologie.

Die PEG ist mit ca. 850 Mitgliedern die größte deutschsprachige Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und ihrer Therapie. Die Gesellschaft trägt den Namen des Mediziners und Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, der die wissenschaftliche Chemotherapie begründet hat. Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt am Main, die letzte Wirkungsstätte Paul-Ehrlichs. Die Gesellschaft wurde dort am 30.4.1967 gegründet.

Pfizer erforscht und entwickelt (mit weltweit über 100.000 Mitabeitern) moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Infektiologie, inkl. Impfstoff-Forschung, Entzündungskrankheiten, Onkologie, Schmerz, Transplantationsmedizin, Blutgerinnungsforschung sowie Erkrankungen des ZNS- und Herzkreislaufsystems.

Aktuelles
Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Bedeutung von I veröffentlicht
Das NAK hat nunmehr Empfehlungen zur Vermittlung der Umsetzung der neuen Bedeutung von I veröffentlicht....
vom 07.12.2018

Professor Tobias Welte ist neuer Präsident der PEG
Im Rahmen der 26. Jahrestagung in Wien hat die Mitgliederversammlung der PEG am 5. Oktober 2018 einen neuen Vorstand gewählt.
vom 09.10.2018

Wolfgang-Stille-Preis für Forschergruppe der Charité
Der mit 10.000,- Euro dotierte Wolfgang-Stille-Preis (Wissenschaftspreis) der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) wird in diesem Jahr an eine Arbeitsgruppe der Charité Universitätsmedizin Berlin mit herausragenden Ergebnissen verliehen.
vom 14.09.2018

Antibiotika-Resistenzbestimmung
Das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) hat die Kategorien S (bisher "sensibel") und I (bisher "intermediär") zur Bewertung der Ergebnisse von Resistenztestungen neu definiert.
vom 14.09.2018

Zum Tod von Georg Peters
Am 8. August 2018 ist Prof. Dr. med. Georg Peters plötzlich und unerwartet verstorben.
vom 17.08.2018

Die PEG trauert um Professor Georg Peters
Gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass Georg Peters bei einer Bergwanderung tödlich verunglückt ist...
vom 10.08.2018

Datenschutzerklärung
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise....
vom 18.07.2018

Nachricht aus dem Robert Koch-Institut
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen....
vom 28.06.2018