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heute ist der 15.12.2018  letzte Änderung am 12.12.2018 

Aktuelles

Weltgesundheitstag 2011

Der Weltgesundheitstag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Antibiotikaresistenzen".

Die Häufigkeit von resistenten Krankheitserregern hat in den beiden letzten Jahrzehnten weltweit z. T. erheblich zugenommen. Dadurch ist die Therapie von Infektionskrankheiten zunehemnd schwieriger geworden. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Weltgesundheitstag am 7. April 2011 international unter das Motto "Antimicrobial resistance: no action today, no cure tomorrow" gestellt. Mit dem Weltgesundheitstag erinnert die WHO alljährlich an ihre Gründung am 7. April 1948.

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. untersucht im Rahmen von zwei Longitudinalstudien (Blutkulturstudie, Resistenzstudie) seit Mitte der 1970er Jahre regelmäßig die Resistenzsituation bei klinisch wichtigen Infektionserregern gegenüber Antibiotika in Deutschland und im mitteleuropäischen Raum. Die Ergebnisse weisen aus, dass sich die Resistenzsituation auch hierzulande kontinuierlich verschlechtert hat. Sorge bereitet vor allem die Ausbreitung multiresistenter Erreger wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) oder Extended-Spektrum-Betalaktamase (ESBL)-bildende Enterobakterien. Allerdings muss die Resistenzlage differenziert betrachtet werden. Während der der Anteil von MRSA an allen Staphylococcus-aureus-Stämmen in Deutschland in den letzten Jahren in etwa gleich geblieben ist und in vielen anderen europäischen Ländern sogar ein rückläufiger Trend zu beobachten ist, nimmt der Anteil von multiresistenten Stämmen an den Escherichia-coli-Isolaten weiterhin zu. Aber auch multiresistente Stämme anderer Enterobacteriaceae-Spezies (vor allem Klebsiella pneumoniae) sowie von Pseudomonas aeruginosa stellen ein erhebliches therapeutisches Problem dar.

Neue Antibiotika können dazu beitragen, der Ausbreitung resistenter Mikroorganismen entgegenzuwirken. Ein Dilemma ist jedoch, dass in den nächsten 5-10 Jahren keine innovativen Antibiotika mit guter Aktivität gegen Gram-negative Bakterien wie Escherichia coli auf dem Markt zu erwarten sind. Aus diesem Grund ist ein sorgsamer Umgang mit den vorhandenen antibakteriellen Wikstoffen unabdingbar. Daten einer europäischen Studie zum Antibiotikaverbrauch im Umfeld der ambulanten Medizin haben gezeigt, dass in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch an Antibiotika zwar vergleichsweise gering ist, aber deutlich mehr Breitspektrum-Antibiotika verordnet werden als z.B. in Schweden, wo sich die Resistenzsituation insgesamt günstiger darstellt als in Deutschland.

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie leistet mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Leitlinien und Empfehlungen zur Therapie von Infektionskrankheiten sowie GERMAP, einer Initiative des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie und der Abteilung für Infektiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg, wichtige Beiträge zum sorgsamen Umgang mit Antibiotika. Die Arbeitsgruppe GERMAP hat im Jahr 2008 erstmals für Deutschland einen umfassenden Bericht mit Informationen über den Antibiotikaverbrauch und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin erstellt. Der Bericht soll dazu beitragen, die Risiken durch resistente Mikroorganismen zu bewerten und Empfehlungen für die Behandlung von Menschen und Tieren mit Antibiotika zu entwickeln./mk

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