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heute ist der 16.01.2018  letzte Änderung am 15.01.2018 

Aktuelles

Offene Fragen zu den Anti-Influenza Medikamenten Oseltamivir und Zanamivir

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat den Nutzen von Oseltamivir und Zanamivir in der Prophylaxe und Therapie der der Virusgrippe (Influenza) im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit (Cochrane Review) untersucht. Das Vorhaben wurde vom Health Technology Assessment Programm des National Institute for Health Research, einer Einrichtung des britischen Ministeriums für Gesundheit, finanziert. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Zeitschrift The Cochrane Library veröffentlicht.

Das Team um den Epidemiologen Dr. Tom Jefferson beabsichtigte zunächst, die klinischen Dossiers, die im Rahmen der Zulassungsverfahren in Europa, den USA und Japan erstellt wurden, zu sichten. GlaxoSmithKline (GSK) bot an, den Autoren die individuellen Patientendaten zur Verfügung zu stellen und beantwortete die an sie adressierten Fragen, während  Roche dazu auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht bereit war. Aus diesem Grund entschieden sich sich die Autoren gegen die Durchführung einer Metaanalyse auf der Basis individueller Patientendaten. Stattdessen wurden der Effekt der NHI auf die Infektionssymptomatik und Hospitalisierung von Patienten mit Influenza-Symptomatik auf der Basis der bereits ausgewerteten Ergebnisdaten untersucht. Insgesamt wurden 25 Studien (15 Oseltamivir- und 10 Zanamivir-Studien) gesichtet.

Die Analyse der Autoren deckt sich mit den konservativen Schlussfolgerungen der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, dass sich die Wirkung der beiden Substanzen auf die Prophylaxe und Therapie von Patienten mit Influenza-Symptomatik beschränkt. Effekte wie die Vermeidung der Übertragung des Virus von Patient zu Patient oder der Entwicklung einer Pneumonie konnten nicht gezeigt werden. Die Analyse offenbarte auch Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung der beiden Arzneimittel. Bei Oseltamivir sind dies Übelkeit und Erbrechen und bei Zanamivir vermutlich Asthma. Die FDA stuft das Leistungsvermögen (Performance) der beiden Medikamente insgesamt als „gering“ ein. Weitergehende Aussagen können zum jetzigen Zeitpunkt wegen fehlender Daten nicht gemacht werden./ed

Abstract der Studie in The Cochrane Library

Aktuelles
Lungenpest
Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) veröffentlicht Hinweise zur Therapie.
vom 09.01.2018

Leitlinie Parenterale Antibiotika veröffentlicht
Die S2k-Leitlinie "Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018" wurde veröffentlicht.
vom 05.01.2018

HPV
Überarbeitete Leitlinie für die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit manifester nicht-invasiver anogenitaler HPV-Infektion veröffentlicht.
vom 15.11.2017

Invasive Pilzinfektionen
Experten-Statement über Nonresponder und Durchbruchinfektionen unter antimykotischer Medikation veröffentlicht
vom 21.09.2017

Wolfgang-Stille-Preis 2018
Der Wissenschaftspreis der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) ist jetzt zum zehnten Mal ausgeschrieben worden. Er wird zur Erinnerung an den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004), verliehen.
vom 31.08.2017

Impfempfehlungen der STIKO für 2017/2018 veröffentlicht
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht, wie üblich im Epidemiologischen Bulletin 34. Änderungen gibt es bei den Impfungen gegen Hepatitis A und B, Influenza sowie Tetanus...
vom 30.08.2017

PEG-Resistenzstudie 2013_Cdiff
Bericht über die Resistenzsituation bei Clostridium difficile
vom 13.07.2017

NAK-Publikation
Das Nationale Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee (NAK) hat im Ärzteblatt einen Artikel über die Bedeutung der Grenzwerte veröffentlicht.
vom 12.07.2017