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heute ist der 23.09.2018  letzte Änderung am 14.09.2018 

Aktuelles

Wolfgang-Stille-Preis an zwei Forschergruppen in Lübeck und Bonn vergeben

Der mit 10.000,- Euro dotierte Wolfgang-Stille-Preis (Wissenschaftspreis) der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Arbeitsgruppen aus Lübeck und Bonn mit herausragenden Ergebnissen verliehen.

Prof. Dr. med. Johannes Knobloch aus dem Institut für Med. Mikrobiologie & Hygiene sowie Dr. Martin Nitschke und Dr. Friedhelm Sayk, Medizinische Klinik I, des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und ihre Arbeitsgruppe erhalten den Preis für ihre Arbeit „Association Between Azithromycin Therapy and Duration of Bacterial Shedding Among Patients With Shiga Toxin-Producing Enteroaggregative Escherichia coli O104:H4“.

Die von der interdisziplinären Forschergruppe vorgelegte Arbeit beschreibt einen neuen Therapieansatz zur antibiotischen Eradikation von Dauerausscheidern Shiga-Toxin produzierender Escherichia coli (STEC). Im Frühsommer vergangenen Jahres ereignete sich in Norddeutschland ein großer Ausbruch mit dem bisher selten isolierten Erreger STEC O104:H4. Im Gegensatz zu vorangegangenen Aus-brüchen waren überwiegend erwachsene Patienten mit einem hohen Anteil von hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) betroffen. Im Rahmen einer experimentellen Therapie mit dem Monoklonalen Antikörper Eculizumab bei schweren Verlaufsformen von HUS wurde das Antibiotikum Azithromycin als Meningitisprophylaxe eingesetzt. Die Forschergruppe am UKSH, Campus Lübeck, konnte durch engmaschige Überwachung der Ausscheidungsdauer des Ausbruchsstamms STEC O104:H4 in einem Patientenkollektiv von 65 Patienten beobachten, dass die Meningitisprophylaxe mit Azithromycin über 14 Tage zu einer signifikanten Verkürzung der Ausscheidungsdauer des Ausbruchsstamms führte. Viele der nicht mit Azithromycin therapierten Patienten hatten eine Ausscheidungsdauer von über 30 Tagen.

Auf Grund dieser Beobachtungen wurde Patienten welche durch die Ausscheidung von STEC O104:H4 in ihrem beruflichen und privaten Umfeld stark eingeschränkt waren eine Dekolonisationstherapie mit Azithromycin über drei Tage angeboten. Bei 15 Patienten konnte die Forschergruppe zeigen, dass der Erreger innerhalb von wenigen Tagen nachhaltig aus dem Darm eliminiert wurde, ohne dass Zeichen einer klinischen Verschlechterung beobachtet wurden. Alle Patienten konnten in ihren normalen Alltag zurückkehren. Die Ergebnisse der Studie wurden im März 2012 in The Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.

Dr. rer. nat. Sabine Specht aus dem Institut für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn wird der Preis stellvertretend für die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hoerauf für ihre Arbeit „Doxycycline Improves Filarial Lymphedema Independent of Active Filarial Infection: A Randomized Controlled Trail“ zuerkannt.

Das Team mit Wissenschaftlern aus Ghana und Bonn beschäftigte sich mit der Bekämpfung der Filariose, einer in den Tropen weit verbreiteten Wurmerkrankung. Die Gruppe entwickelte eine Antibiotika-Therapie, die durch Abtöten von bakteriellen Endosymbionten im Wurm zu einer deutlich verlängerten Sterilität und sogar zur Abtötung des Wurmes führt. Ein weiterer Vorteil dieser Therapie ist die Reduktion von Lymphödemen, eines der Krankheitsbilder der lymphatischen Filariose, die bisher nur operativ behandelt werden konnte. In der vorgelegten Arbeit wurde untersucht, ob die Rückbildung eines Ödems allein durch die Wirkung von Doxycyclin auf die endosymbiontischen Wolbachien zurückzuführen ist, da die Patienten zu diesem Zeitpunkt häufig keine aktive Wurminfektion mehr haben. Hierzu wurde ein Lymphödempatientenkollektiv mit und ohne aktive Wurminfektion untersucht. Eine Verbesserung konnte unabhängig von der Infektion gezeigt werden, was vermutlich auf einen sog. Off-Target Effekt von Doxycyclin auf Blut- und Lymphgefäße zurückzuführen ist. Doxycyclin wird nun auch zur individuellen Behandlung von filarien-induzierten Lymphödemen empfohlen.

Der von Pfizer Pharma Deutschland gestiftete Preis erinnert an den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004). Die Preisverleihung findet im Rahmen der 23. Jahrestagung der PEG am 12. Oktober 2012 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden statt. Die PEG würdigt mit dem alle zwei Jahre verliehenen Preis herausragende Forschungsarbeiten auf den Gebieten Infektiologie und Medizinische Mikrobiologie. Die Begutachtung der eingereichten Arbeiten erfolgt von einem aus 5 Fachkollegen/innen zusammengesetzten Gutachtergremium.

Die PEG ist mit ca. 850 Mitgliedern die größte deutschsprachige Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und ihrer Therapie. Die Gesellschaft trägt den Namen des Mediziners und Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, der die wissenschaftliche Chemotherapie begründet hat. Sitz der Gesellschaft ist Frankfurt am Main, die letzte Wirkungsstätte Paul-Ehrlichs. Die Gesellschaft wurde dort am 30.4.1967 gegründet.

Pfizer erforscht und entwickelt (mit weltweit über 100.000 Mitabeitern) moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Infektiologie, inkl. Impfstoff-Forschung, Entzündungskrankheiten, Onkologie, Schmerz, Transplantationsmedizin, Blutgerinnungsforschung sowie Erkrankungen des ZNS- und Herzkreislaufsystems./mk

Aktuelles
Wolfgang-Stille-Preis für Forschergruppe der Charité
Der mit 10.000,- Euro dotierte Wolfgang-Stille-Preis (Wissenschaftspreis) der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) wird in diesem Jahr an eine Arbeitsgruppe der Charité Universitätsmedizin Berlin mit herausragenden Ergebnissen verliehen.
vom 14.09.2018

Antibiotika-Resistenzbestimmung
Das European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) hat die Kategorien S (bisher "sensibel") und I (bisher "intermediär") zur Bewertung der Ergebnisse von Resistenztestungen neu definiert.
vom 14.09.2018

Zum Tod von Georg Peters
Am 8. August 2018 ist Prof. Dr. med. Georg Peters plötzlich und unerwartet verstorben.
vom 17.08.2018

Die PEG trauert um Professor Georg Peters
Gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass Georg Peters bei einer Bergwanderung tödlich verunglückt ist...
vom 10.08.2018

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vom 18.07.2018

Nachricht aus dem Robert Koch-Institut
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung, Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV zu impfen....
vom 28.06.2018

Leitlinie zur Lungenerkrankung bei Mukoviszidose (Modul 2: Chronische Pseudomonas – Infektion) veröffentlicht
Die unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP)....
vom 20.06.2018

Wissenschaftspreis und Promotionspreise
Eingabefrist bis zum 15. Juni 2018 verlängert
vom 29.05.2018