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heute ist der 25.04.2018  letzte Änderung am 25.04.2018 

Aktuelles

USA: Enorme Klinikkosten durch S. aureus-Infektionen

USA: Enorme Klinikkosten durch St. aureus-Infektionen

CHICAGO. Infektionen mit Staphylococcus aureus verursachen in US-Kliniken jedes Jahr zusätzliche Behandlungskosten von 9,5 Milliarden Dollar. Sie sind für 2,7 Millionen Behandlungstage und den Tod von 12 000 Patienten verantwortlich. Dies haben Infektiologen in den Archives of Internal Medicine (2005; 165: 1756-1761) ausgerechnet. St. aureus ist die häufigste Ursache für nosokomiale Pneumonien und Wundinfektionen und die Nummer zwei bei Sepsis sowie bei Infektionen im Herzkreislaufsystem, in der Augenheilkunde und im HNO-Bereich.

Der Antibiotika-Einsatz hat dazu geführt, dass an manchen Kliniken die Hälfte aller Isolate gegen Methicillin resistent sind („MRSA“). Solche Infektionen lassen sich nur schwer und unter Einsatz von erheblichen Ressourcen beherrschen. Wie groß der Aufwand ist, das haben Gary Noskin von der Universität Chicago und Mitarbeiter jetzt erstmals unter Verwendung der Entlassungsdaten ausgerechnet, die im „Nationwide Inpatient Sample“ der US-Agency for Healthcare Research and Quality gesammelt werden. Es handelt sich dabei um eine Stichprobe von etwa 20 Prozent aller US-Kliniken, was eine hohe Repräsentativität garantiert.

In den Entlassungsdiagnosen von 0,8 Prozent aller Patienten fanden die Infektiologen den Hinweis auf St.aureus-Infektionen. Aus den Angaben geht nicht hervor, ob die Patienten bereits bei der Einweisung in die Klinik infiziert waren, oder ob es sich um echte nosokomiale Infektionen gehandelt hat. Die Auswirkungen von St. aureus auf den Verlauf der Erkrankung sind jedoch gravierend. Die Liegezeit in der Klinik war dreimal so lange wie bei Patienten ohne St. aureas (14,3 versus 4,5 Tage) und die Kosten waren dreimal so hoch (48 824 Dollar versus 14 141 Dollar).

Die Kliniksterblichkeit stieg sogar um den Faktor 5 (11,2 Prozent versus 2,3 Prozent). Nach Berücksichtigung der Unterschiede in Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft und Komorbiditäten waren die Unterschiede weiterhin signifikant. Eine St. aureus-Infektion bedeutet im Durchschnitt: 9,1 mehr Tage in der Klinik, eine um 32 856 Dollar höhere Rechnung und eine um (absolut) 3,4 erhöhte Kliniksterblichkeit. Nicht erfasst wurde eine anzunehmende erhöhte Sterblichkeit nach Entlassung aus der Klinik, so dass Noskin und Mitarbeiter davon ausgehen, dass ihre Zahlen das ganze Ausmaß des Problems noch unterschätzen.

PDF der Studie

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 10. August 2005 

Aktuelles
Lungenpest
Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) veröffentlicht Hinweise zur Therapie.
vom 09.01.2018

Leitlinie Parenterale Antibiotika veröffentlicht
Die S2k-Leitlinie "Kalkulierte parenterale Initialtherapie bakterieller Erkrankungen bei Erwachsenen – Update 2018" wurde veröffentlicht.
vom 05.01.2018

HPV
Überarbeitete Leitlinie für die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit manifester nicht-invasiver anogenitaler HPV-Infektion veröffentlicht.
vom 15.11.2017

Invasive Pilzinfektionen
Experten-Statement über Nonresponder und Durchbruchinfektionen unter antimykotischer Medikation veröffentlicht
vom 21.09.2017

Wolfgang-Stille-Preis 2018
Der Wissenschaftspreis der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) ist jetzt zum zehnten Mal ausgeschrieben worden. Er wird zur Erinnerung an den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004), verliehen.
vom 31.08.2017

Impfempfehlungen der STIKO für 2017/2018 veröffentlicht
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hat ihre neuen Impfempfehlungen veröffentlicht, wie üblich im Epidemiologischen Bulletin 34. Änderungen gibt es bei den Impfungen gegen Hepatitis A und B, Influenza sowie Tetanus...
vom 30.08.2017

PEG-Resistenzstudie 2013_Cdiff
Bericht über die Resistenzsituation bei Clostridium difficile
vom 13.07.2017

NAK-Publikation
Das Nationale Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitee (NAK) hat im Ärzteblatt einen Artikel über die Bedeutung der Grenzwerte veröffentlicht.
vom 12.07.2017