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heute ist der 13.12.2018  letzte Änderung am 12.12.2018 

Aktuelles

Vogelgrippe: Regierungen bestellen Neuraminidase-Inhibitoren

GENF. Mindestens 25 Industrieländer haben in den vergangenen Wochen und Monaten beschlossen, sich für den Fall einer aviären Grippe-Pandemie mit Neuraminidase-Inhibitoren zu bevorraten. Seit der letzten Woche gehört auch Deutschland dazu. Etwa sechs Millionen Dosen Oseltamivir (Tamiflu®) beziehungsweise Zanamivir(Relenza ®) wurden geordert.

Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnete Oseltamivir bereits im letzten Jahr als Mittel der ersten Wahl bei der aviären Influenza, wobei niemand vorhersagen kann, welche Wirkung das Medikament im Fall einer großen Pandemie haben wird. Sehr hoffnungsvoll stimmen die Daten aus einer aktuellen tierexperimentellen Studie des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases, die kürzlich im Journal of Infectious Diseases (2005; 192: 665-672) publiziert wurden. Dort waren Mäuse mit H5N1 inokuliert worden. Während im Placeboarm alle Tiere starben, überlebte die Hälfte der mit Oseltamivir behandelten Tiere. Die beste Wirkung wurde erzielt, wenn das Mittel in einer höheren Dosierung über acht Tage statt wie bislang vorgesehen fünf Tage gegeben wurde. Hier überlebten acht von zehn Tieren, wie die Gruppe um Elena Govorkova von der St. Jude Kinderklinik in Memphis/Tennessee mitteilte.

Dennoch ist eine erfolgreiche Bekämpfung einer Pandemie nicht sicher. Die sehr mutationsfreudigen Viren könnten schnell eine Resistenz entwickeln, wie japanische Virologen im letzten Jahr im Lancet (2004; 364: 759-65) vorhersagten. Bei der Behandlung der herkömmlichen Influenza A (H3N2) kam es bei neun von 50 behandelten Kindern schnell zu Resistenzmutationen, die zu einem Wirkungsverlust führen könnten. Die Ergebnisse der Studie waren aber kritisiert worden, unter anderem, weil die Dosis zu niedrig war, was möglicherweise die Entwicklung von Resistenzen begünstigt hatte.

Zu den ersten Regierungen, die sich mit Oseltamivir bevorraten, gehörte im Januar 2005 Hongkong, wo der Stamm H5N1 1997 zum ersten Mal auftrat und auch die ersten Todesfälle beim Menschen verursachte. Die Erfahrungen mit Sars im Jahr 2003 führen den Verantwortlichen vor Augen, wie gefährdet die ehemalige britische Kolonie mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte durch epidemische Erreger ist.

In den letzten Monaten zogen dann verschiedene Industrieländer nach. Kürzlich beschlossen die am meisten bedrohten Länder in Südostasien, im Fall einer Pandemie zusammenzuarbeiten, um die begrenzten Ressourcen möglichst sinnvoll einzusetzen. Derweil verhandelt die Weltgesundheitsorganisation mit dem Hersteller Roche über eine Spende an jene Länder, die sich die teuren Medikamente nicht leisten können.

Im Lancet warnten Kenneth Tsang und Mitarbeiter der Universität Hongkong am Wochenende davor, allein auf Oseltamivir zu setzen. Auch der ältere und nicht oral verfügbare Neuraminidase-Hemmer Zanamivir sei gegen die aviäre Influenza wirksam. Die Applikation, die inhalativ mithilfe eines Dosiergerätes erfolgten muss, sei zwar umständlicher. Doch Zanamivir habe weniger Nebenwirkungen und ein günstigeres Resistenzprofil.

Links zum Thema
Hintergrund zur aviären Influenza der WHO
Pressemitteilung des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases
Studie im National Institute of Allergy and Infectious Diseases

Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom 15. August 2005

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