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Toxoplasmose-Infektion in der Schwangerschaft

 

 

 

 

Klaus Friese

Klinikum der Universität München Innenstadt/Großhadern
Klinik & Poliklinik für Frauenheilkunde & Geburtshilfe
Maistraße 11
D - 80337 München
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Die Toxoplasmose-Infektion stellt für Geburtsmediziner, Labormediziner und Mikrobiologen in der Schwangerschaft ein schwieriges differentialdiagnostisches Problem dar. Normalerweise verläuft die Toxoplasmoseinfektion klinisch symptomlos. Ausnahmen kommen bei immunsupprimierten Menschen vor. Klinisch können grippeähnliche Beschwerden und Lymphknotenschwellungen auftreten.
Bei maternaler Erstinfektion in der Schwangerschaft sind der Infektionszeitpunkt, die Infektionsdosis sowie die immunologische Kompetenz über die Auswirkungen auf den Feten entscheidend. Während mit zunehmendem Gestationsalter die Wahrscheinlichkeit einer pränatalen Infektion zunimmt, sinkt die Schwere der Erkrankung. Die klassische Trias (Retinochorioiditis, Hydrozephalus, intrazerebrale Verkalkung mit postenzephalitischem Schaden) tritt nur etwa in 1 % der Fälle auf. Nach überwiegend symptomlosem oder mit unspezifischen Krankheitsbildern einhergehendem Verlauf entwickelt sich in der Folgezeit bei 65-95% der Fälle eine typische Retinochorioiditis. Bei begründetem Verdacht auf eine akute Infektion sollte unverzüglich eine Behandlung eingeleitet werden. Bei speziellen Fragen bzw. unklaren Fällen können Referenzlabore konsultiert werden.
Im Rahmen der Pränataldiagnostik ist die Frage nach einer möglichen fetalen Infektion zu beantworten, wenn auffällige sonographische Befunde vorliegen oder eine wahrscheinliche bzw. gesicherte akute Toxoplasmainfektion der Mutter stattgefunden hat. Dabei ist zu beachten, dass der Nachweis einer fetalen Infektion nicht mit fetaler Schädigung gleichzusetzen ist. Die invasive Diagnostik kann relativ risikolos über eine Amniozentese mit PCR erfolgen. Bei Cordozentese sind höhere Abortraten bekannt.

Bei nachgewiesener fetaler Infektion und sonographischen Auffälligkeiten muss mit den potentiellen Eltern ein Schwangerschaftsabbruch diskutiert werden. Anderenfalls erfolgt eine medikamentöse Therapie über die Geburt hinaus bis zum 12. Lebensmonat. Die Schwangere wird bei akuter Infektion bis zur 15. SSW mit Spiramycin, danach über 4 Wochen mit Pyrimethamin und Sulfadiazin behandelt.

Teratogene Effekt sind nicht bekannt. Durch eine zusätzliche Gabe von Folinsäure wird eine Thrombopenie vermieden. Bei nachgewiesener fetaler Infektion wird die oben genannte Therapie im 4-wöchigen Wechsel mit Rovamycin bis zur Geburt fortgeführt. Der präventiven Beratung der Schwangeren ist größte Bedeutung beizumessen