zurück zur Übersicht | Stand der serologischen und molekularen Diagnostik |
| |
|
|
Matthias Frosch
|
| |
|
|
Die Serologie hat neben bildgebenden Verfahren bei der Diagnose der alveolären und der zystischen Echinokokkose einen hohen Stellenwert. Die serologische Diagnostik stützt sich hierbei auf den Nachweis von spezifischen Anti-Echinococcus-Antikörpern; der Nachweis von zirkulierenden Antigenen im Serum ist nicht etabliert. Ein primäres serologisches Screening (Suchtest) auf das Vorliegen von Antikörpern kann unter Verwendung von Rohantigenen geschehen. Hierbei kann Hydatidenflüssigkeit von E. granulosus bzw. Zystenflüssigkeit von E. multilocularis z.B. im Hämagglutinationstest eingesetzt werden. Auch in endemischen Gebieten sind diese Verfahren hochsensitiv, eine Diskriminierung beider Spezies ist jedoch mit diesen Methoden aufgrund der großen antigenetischen Gemeinsamkeiten nicht möglich. In den vergangenen Jahren wurden jedoch weitere Testverfahren für den Antikörpernachweis im Serum hinsichtlich Sensitivität und Spezifität kontinuierlich verbessert; auch eine Speziesdifferenzierung mit serologischen Methoden ist möglich. Hierfür stehen serologische Tests zur Verfügung, die das genusspezifische Antigen B sowie die speziesspezifischen Antigene Em2, Em10 und Em18 verwenden. Diese rekombinanten Antigene können als Bestätigungstest bei der Suche nach spezifischen Antikörpern verwendet werden und die Sensitivität der Untersuchung auf bis zu 100% steigern. Die Spezifität beträgt ca. 97%. Aspekte der epidemiologischen Situation sowie klinische Charakteristika müssen jedoch bei der Interpretation der serologischen Ergebnisse mit berücksichtigt werden. Aktuell wird versucht, die Diagnostik durch Korrelation der Antiköpertiter gegen spezifische Echinococcus-Antigene mit dem klinischen Verlauf der Erkrankung zu korrelieren. |
|