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Pränatale Toxoplasma-Infektion und Effizienz der postnatalen Therapie

 

 

 


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Präsentation

Lothar Schrod

Städt. Kliniken Frankfurt am Main-Höchst
Kinderklinik
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D - 65929 Frankfurt / Main
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Nach dem Infektionsschutzgesetz werden an das Robert-Koch-Institut jährlich etwa 20 Fälle einer konnatalen Toxoplasma-Infektion durch Labormediziner gemeldet (ca. 2,8/100.000 Geburten). Über einen Zeitraum von 5 Jahren (2000-2004) wurden für Hessen in der Neonatalerhebung bei 23 Neugeborenen die Diagnose einer Toxoplasmose angegeben. Bei einer Geburtenzahl von 265.473 entspricht dies einer Inzidenz von 8,7/100.000 Geburten. In keinem der hessischen Fälle lag ein Hydrozephalus vor.

Das postnatale diagnostische und therapeutische Vorgehen verläuft in den Kliniken nicht durchweg standardisiert. Der Pädiater steht vor mehreren Problemen. Die meisten Fälle weisen keine klinischen Symptome auf. In solchen Fällen ist ein direkter Erregernachweis nach Geburt selten, da die parasitämische Phase kurz ist und eine routinemäßige Liquoruntersuchung nicht empfohlen wird. Subklinische Infektionen weisen in der Praxis eine Vielzahl serologischer Befundkonstellationen auf. Auch wenn alle diagnostische Möglichkeiten ausgeschöpft werden, bleiben zahlreiche Fälle, bei denen die Infektion nicht als gesichert, sondern nur als „wahrscheinlich“ oder „möglich“ klassifiziert wird. Hier fällt dem beratenden Mikrobiologen oft die Entscheidung für eine Therapieempfehlung zu. Da die Nebenwirkungsrate einer Standardtherapie mit Pyrimethamin und Sulfadiazin bei jungen Säuglingen höher als bei Erwachsenen liegt (Neutropenie > 20% der Fälle), sind insbesondere bei einer „Sicherheitstherapie“ Probleme in der Compliance bzw. konsequenten Fortführung der Behandlung über 12 Monate zu erwarten, zumal die Effizienz der Behandlung weiterhin unsicher bleibt [EURO-Toxo-Projekt]. Trotz Therapie im ersten Lebensjahr muss bei bis zu 30% der Kinder mit konnataler Infektion mit dem Auftreten einer Chorioretinitis in der ersten Lebensdekade gerechnet werden, wobei das Risiko bei den Kindern niedriger ist, die bei Geburt asymptomatisch waren [Kodjikian 2006, McLeod 2006]. Dies lässt vermuten, dass der (frühzeitigen) pränatalen Behandlung der Mutter eine höhere  Bedeutung zur Verhütung späterer Komplikationen zukommt als der postnatalen Therapie des Neugeborenen. Aufgrund des geringen Evidenzgrades werden die Empfehlungen zur Therapie des Neugeborenen (RKI, DPGI, AAP) wage formuliert, was zur zusätzlichen Verunsicherung der Kliniker und Eltern beiträgt. Trotz fehlendem eindeutigen Nachweis der Therapieeffizienz erscheint es gegenwärtig aber nicht gerechtfertigt, auf die postnatale Behandlung einer konnatalen Toxoplasma-Infektion zu verzichten.