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Resistenzmonitoring – auch für Tiere?
System des nationalen Resistenzmonitoring des BVL

 

 

 


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Präsentation

Heike Kaspar

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Diedersdorfer Weg 1
D - 12277 Berlin
Fon: +49 / 188 / 8412 - 2205
Fax: +49 / 188 / 8412 - 2956
eMail: heike.kaspar@bvl.bund.de
 

 

 

 

Jeder Einsatz antimikrobieller Wirkstoffe sowohl in der Veterinär- wie auch in der Humanmedizin fördert die Selektion von Resistenzen, dennoch sind Antibiotika unverzichtbar in der Therapie und zur Gesunderhaltung von Mensch und Tier. Sie sind jedoch in der Tierhaltung kein Ersatz für suboptimale Haltungsbedingungen und mangelnde Hygiene, vielmehr muss auf den gerechtfertigten Einsatz gemäß der Antibiotikaleitlinien geachtet werden.

Zusätzlich dazu ist eine Erfassung der aktuellen Resistenzlage, deren Veränderungen und die frühzeitige Aufdeckung von Resistenzen gegenüber neuen Substanzen erforderlich. Hieraus ergibt sich die zwingende Notwendigkeit zur Etablierung eines nationalen Systems zur Erfassung der Resistenzsituation sowie zum Verbrauch von antimikrobiellen Stoffen, damit aktuelle, repräsentative und valide Daten zur Resistenzbewertung gesammelt werden können.
Diese Daten dienen dazu, epidemiologische Zusammenhänge über den Stand, die Entwicklung und die Ausbreitung bakterieller Resistenzen abzuleiten. Außerdem können so eventuelle regionale Resistenzunterschiede erkannt und aktuelle Empfehlungen für eine "kalkulierte" Therapie beim Einsatz antimikrobieller Substanzen gegeben werden.

Aufgrund der Notwendigkeit zur Erstellung dieser Basisdaten wird im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) seit dem Jahr 2001 eine jährliche Multicenterstudie bei erkrankten, Lebensmittel liefernden Tieren durchgeführt. Es wird eine repräsentative Stichprobe nach einem definierten Stichprobenplan entsprechend der festgelegten Bakterienspezies, Indikationen und Tierarten gezogen. Hierbei wird auf die regionale Verteilung der Stichprobe entsprechend der Tierbestandszahlen in den einzelnen Bundesländern geachtet, zudem werden zahlreiche epidemiologische Parameter wie Tieralter, Herdengröße und Antibiotikavorbehandlung etc. abgefragt. An der Studie beteiligt sind zurzeit 42 staatliche und private Laboratorien. Die Untersuchung und Bewertung erfolgt mittels Bouillon-Mikrodilutionsverfahren zur Bestimmung der Minimalen Hemmkonzentration (MHK) nach CLSI Standard.


Aufgrund dieser MHK-Daten lässt sich das Ausmaß der Resistenz verlässlich bestimmen, auch regionale Unterschiede in der Resistenzentwicklung sind so nachvollziehbar. Zum einen kann frühzeitig das Erscheinen neuer Resistenzphänotypen beobachtet werden, zum anderen sind die Trends in der Entwicklung von Resistenzen ablesbar. Die Vielzahl der erfassten Parameter ermöglicht außerdem, den epidemiologischen Zusammenhang herzustellen. Aufgrund dieser soliden wissenschaftlichen Datenbasis wird es möglich, die Resistenzlage im veterinärmedizinischen Bereich zu bewerten und in Bezug zur Einschätzung des Risikos für die Humanmedizin zu setzen. Diese Einschätzung stellt einen wichtigen Gesichtspunkt in der Gefährdungsbeurteilung für den Menschen dar, da grundsätzlich davon ausgegangen werden muss, dass sowohl resistente Bakterien selbst als auch bakterielle Resistenzgene vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.