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Krankheitsbilder: Erkrankungen durch Streptokokken gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten, insbesondere bei Kindern und im höheren Lebensalter. Neben der Häufigkeit ist auch das Spektrum der durch Streptokokken verursachten Erkrankungen beachtlich. Zu den wichtigsten durch S. pyogenes hervorgerufenen Erkrankungen gehört die Tonsillo-Pharyngitis (Angina tonsillaris). Eine Sonderform der Streptokokken-Pharyngitis ist der Scharlach. Unter den von S. pyogenes hervorgerufenen Haut- und Wundinfektionen können oberflächliche Pyodermien und tiefe Infektionen der Haut (Erysipel, Phlegmone) unterschieden werden. Eine besondere Rolle innerhalb der durch S. pyogenes hervorgerufenen Infektionskrankheiten spielen die sog. „invasiven Infektionen“, wie die Sepsis, das Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (STSS) sowie die nekrotisierende Fasciitis. Pneumokokken stellen einen der wichtigsten bakteriellen Infektionserreger beim Menschen dar, der oft bei der außerhalb des Krankenhauses erworbenen Pneumonie, Meningitis, Sinusitis, und Otitis media gefunden wird. Die Inzidenz von invasiven Infektionen (Sepsis, Meningitis) ist besonders in den ersten beiden Lebensjahren hoch. Die Sterblichkeit der Meningitis liegt bei Kindern bei 7.5%; Folgeschäden finden sich in mehr als 20% der Fälle.
Antibiotikaresistenz von S. pyogenes: Behandlung der S.-pyogenes-Infektion erfolgt nach wie vor Penicillin. Die Versagerquote ist jedoch, obwohl bislang keine Antibiotikaresistenz von S. pyogenes gegenüber Penicillin beschrieben wurde, hoch. In Deutschland werden zunehmend Oralcephalosporine zur Behandlung der Streptococcus-pyogenes-Tonsillo-Pharyngitis eingesetzt. Berechtigung findet dies unter anderem durch eine Studie von Anfang der 90er Jahre, die zeigen konnte, dass im Vergleich zu mit Penicillin V behandelten Patienten die Gruppe der Patienten, die damals verfügbare Oralcephalosporine erhielt, sowohl klinisch als auch bakteriologisch eine signifikant höhere Heilungsrate aufwiesen. Eine therapeutische Alternative stellen Makrolide dar, jedoch liegt im Jahr 2003 bei mehr als 25% der Streptococcus-pyogenes-Stämme eine Resistenz gegenüber Makroliden vor.
Antibiotikaresistenz von S. pneumoniae: Penicillin-resistente Pneumokokken-Laborstämme waren schon vier Jahre nach Einführung von Penicillin G im Jahre 1941 bekannt. Erste klinische Isolate traten etwa 20 Jahre später in den Vereinigten Staaten und Australien später in Südafrika auf. In Deutschland hat in den letzten Jahren besonders die Resistenz von Pneumokokken gegenüber Makroliden zugenommen. Bei invasiven Infektionen von Kindern betragen die Resistenzraten für Erythromycin seit dem Jahr 2000 mehr als 20%.Niedriger liegen die Resistenzraten bei durch Pneumokokken hervorgerufenen Atemwegsinfektionen (im Jahr 2005: Penicillin intermediär 7,5%; Erythromycin resistent 17,4%). Es finden sich deutliche regionale Unterschiede mit Resistenzraten von bis zu 40% bei Makroliden. Hochgradig Penicillin-resistente (MHK >= 2mg/L) bleiben in Deutschland selten. Besonders in Südeuropa finden sich hohe Resistenzraten von 50-60% bei Makroliden und Penicillin G. Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung wird große Hoffnung in den im Jahr 2001 in Europa zugelassenen 7-valenten Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff gesetzt. Dieser Impfstoff wurde im August 2006 als generelle Impfung für alle Kinder bis zum 2. Lebensjahr aufgenommen. Weitere bis zu 13-valente Impfstoffe sind in Entwicklung. In den USA beobachtet man seit Einführung des Pneumokokken-Impfprogramms einen deutlichen Rückgang der Resistenzen, dies darf auch in Deutschland für die nächsten Jahre erwartet werden.
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