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Epidemiologie der unkomplizierten Zystitis (ARESC Studie)

 

 

 


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Präsentation

F.M.E. Wagenlehner(1), K. Naber(1) G.C. Schito(2), A. Marchese(2), L. Gualco(2) von der ARESC Arbeitsgruppe.

(1) Urologische Klinik Straubing, Klinikum St. Elisabeth
St.-Elisabeth-Straße 23
D - 94315 Straubing
Fon: +49 / 9421 / 710 - 1700
Fax: +49 / 9421 / 710 - 1717
eMail: wagenlehner@aol.com


(2) Universität Genua, Italien
 

 

 

 

Einleitung:
Die antibiotische Therapie der unkomplizierten Zystitis erfolgt in der Regel empirisch, eine mikrobiologische Untersuchung erfolgt nur selten. Empfehlungen zur Therapie müssen sich deswegen auf Daten, gewonnen aus Überwachungsstudien, stützen.  Die ARESC Studie (Antimicrobial Resistance Epidemiological Survey on Cystitis) ist eine internationale, epidemiologische Studie, welche das Erregerspektrum und die antimikrobiellen Resistenzraten von Erregern der unkomplizierten Zystitis in neun europäischen Ländern und Brasilien untersucht hat.

Methoden:
Während der Jahre 2004 - 2006 haben 61 Zentren 4100 Frauen im Alter von 18-65 Jahren mit den Symptomen einer unkomplizierten Zystitis rekrutiert. Eine Urinkultur wurde bei allen Patientinnen in den lokalen Zentren durchgeführt. Identifizierung und Sensibilitätstestung wurden im zentralen Referenzlabor in Genua, Italien durchgeführt. Die minimalen Hemmkonzentrationen von Ampicillin, Amoxicillin/Clavulansäure, Cefuroxim, Nalidixinsäure, Ciprofloxacin, Nitrofurantoin, Cotrimoxazol, Fosfomycin und Mecillinam wurden nach den CLSI-Kriterien (2006) bei allen Isolaten bestimmt.

Ergebnisse:
3247 Uropathogene wurden isoliert. Das gesamte Erregerspektrum bestand aus 2484 Isolaten E. coli (76,5%), 117 S. saprophyticus (3,6%), 114 K. pneumoniae (3,5%), 101 P. mirabilis (3,1%), 100 E. faecalis (3,0%), 33 Citrobacter spp. (1%), 26 Enterobacter spp. (0,8%), 7 P. aeruginosa (0,2%), 144 anderen Gram-negativen (4,4%) und 121 anderen Gram-positiven (3,7%). Im folgenden sind nur die Resistenzraten von E. coli aufgelistet: Die Raten waren am höchsten bei Ampicillin (58,3%; Variation der Länder: 38-71%), gefolgt von Cotrimoxazol (27,8%; 14-36%), Cefuroxim (19,9%; 11-32%), Amoxicillin/ Clavulansäure (19,1%; 8-35%). Die Resistenz gegenüber Nalidixinsäure lag bei 16,9% (5-27%), die Ciprofloxacin Resistenz lag bei 7,7% (2-14%) und war signifikant höher in Spanien und Italien (13% und 14%). Die Resistenzraten von Fosfomycin, Mecillinam und Nitrofurantoin lagen bei 1,7% (0-4%), 4,6% (0-9%) und 5,2% (0-10%).

Zusammenfassung:
Nach den derzeit geltenden Richtlinien wird ein Antibiotikum mit einer Resistenzlage >(10)-20% nicht mehr für die empirische Therapie der unkomplizierten Zystitis empfohlen. Nach den vorliegenden Daten sollte deswegen Ampicillin, Cotrimoxazol und Cefuroxim nicht für die empirische Therapie verordnet werden. Die zunehmende Fluorchinolonresistenz bei Erregern der unkomplizierten Zystitis ist besorgniserregend. Fosfomycin, Mecillinam und Nitrofurantoin zeigen nach wie vor niedrige Resistenzraten und können deswegen Alternativen bei der empirischen Therapie der akuten unkomplizierten Zystitis darstellen.