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Posaconazol (NOXAFIL®) ist ein neues Triazol-Antimykotikum, das seit Oktober 2005 in der EU zugelassen ist.
Präklinische In-vitro-Studien mit fast 19.000 Isolaten wiesen bereits auf ein breites Wirkspektrum von Posaconazol hin: Hier wurde eine gute Wirksamkeit von Posaconazol gegen verschiedene Schimmel- und Hefepilzisolate (u. a. Aspergillus, Fusarium, Coccidioides, Erreger der Chromoblastomykose und des Myzetoms, Zygomycetes, Candida) im Vergleich zu anderen antimykotischen Substanzen festgestellt. Dieses breite Wirkspektrum wurde in mehreren In-vivo-Studien an Tiermodellen bestätigt.
In die klinische Zulassungsstudie zu Posaconazol wurden Patienten mit einer gesicherten oder wahrscheinlichen Infektion gemäß EORTC-Kriterien eingeschlossen; diese Diagnose wurde von einem externen, verblindeten Gremium aus Experten auf dem Gebiet invasiver Mykosen bestätigt. Die Patienten mussten gegenüber der vorangegangenen Therapie (meist Amphotericin B oder Itraconazol) eine Unverträglichkeit oder einen refraktären Therapieverlauf vorweisen. Ein Therapieerfolg war definiert als komplettes oder partielles Ansprechen bei Therapieende. Aus ethischen Gründen wurde die Studie mit einem offenen Design konzipiert.
238 Patienten wurden in die Posaconazol-, 218 in die Vergleichsgruppe eingeschlossen. Erwartungsgemäß lag bei den meisten der Patienten eine invasive Aspergillose vor (n = 107 in der Posaconazolgruppe, n = 86 in der Vergleichsgruppe). Posaconazol führte in dieser Gruppe bei 42 % der Patienten zu einem Behandlungserfolg, gegenüber 26 % in der Kontrollgruppe (p = 0,006). Eine Kaplan-Meier-Analyse der Überlebenszeit zeigte einen signifikanten (p = 0,0003) Überlebensvorteil bei Posaconazol-Patienten (nach 372 Tagen: 38 % vs. 22 %; absolute Differenz: 16 %).
Posaconazol wurde aufgrund der Therapieerfolge bei invasiver Aspergillose, Fusariose, Chromoblastomykose/Myzetom und Coccidioidomykose zur Salvage-Therapie der refraktären Mykosen bzw. bei Unverträglichkeit gegenüber Amphotericin B und/oder Itraconazol zugelassen.
Die häufigsten Nebenwirkungen unter Posaconazol sind Übelkeit und Kopfschmerzen (bei 6 % bzw. 8 % der 1770 behandelten Probanden und Patienten). Diese gute Verträglichkeit wird durch ein relativ geringes Wechselwirkungspotential ergänzt, da Posaconazol die CYP3A4 hemmt; im Gegensatz zu anderen Azol-Antimykotika treten jedoch keine relevanten Wechselwirkungen mit anderen Isoenzymen der CYP-Familie auf.
Posaconazol ist als orale Suspension verfügbar. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 800 mg in geteilten Dosierungen, die Einnahme sollte zusammen mit fetthaltiger Nahrung erfolgen. Posaconazol weist eine mediane Resorptionszeit (tmax) von 5 Stunden und eine mittlere Halbwertszeit von 35 Stunden auf. Es wird nur zu einem geringen Grad metabolisiert. Das hohe Verteilungsvolumen von 1774 Litern weist auf eine gute Gewebegängigkeit hin.
Die Wirksamkeit gegenüber Zygomyzeten und gegenüber Candida-Infektionen (OPC/EC) wurde ebenfalls in klinischen Studien untersucht.
Des weiteren wurden zwei große, kontrollierte, randomisierte Studien zur Prophylaxe invasiver Mykosen bei Patienten mit hohem Infektionsrisiko (neutropenische AML/MDS-Patienten, Patienten mit GvHD nach Stammzelltransplantation) durchgeführt, die voraussichtlich noch 2006 veröffentlicht werden.
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