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Vogelgrippe: Aktueller Stand

 

 

 


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Präsentation

Wolfgang Graninger
Universitätsklinik für Innere Medizin I
Abteilung für Infektionen und Chemotherapie
Währinger Gürtel 18-20
A - 1090 Wien
Fon: +43 / 1 / 404 004 440
Fax: +43 / 1 / 404 004 418
eMail: wolfgang.graninger@meduniwien.ac.at
 

 

 

 

Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche, durch das Influenzavirus A/H5N1, das sich seit 2004 im SO-asiatischen Raum ausbreitet und jetzt auch Europa erreicht hat. Die Infektion erfolgt dabei durch direkten Kontakt, das Einatmen von Kotstaub, sowie den Verzehr von ungekochtem Hühnerfleisch bzw. Eiern. Eine Infektion über gekochtes Hühnerfleisch/Eier wird derzeit unwahrscheinlich gehalten. Bisher sind weltweit ca. 170 Krankheitsfälle bekannt, alle wurden direkt von Tieren infiziert. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung fand nicht statt.

Grundsätzlich werden bei Zuchtgeflügel die gleichen Infektionswege wie bei anderen Influenzaviren beobachtet: die Viren verbreiten sich über Kotpartikel, die über Hühnerabfälle auch in industrielles Geflügelfutter gelangen, sowie beim Schlachten Blut, daneben auch über Kleidung und Arbeitsgeräte.

A/H5N1 fiel in Asien zunächst dadurch auf, dass durch dieses Virus auch viele von anderen Influenza A-Viren weniger stark gefährdete Zugvögel getötet wurden. Influenza A-Viren sind unter wild lebenden Enten und anderen Wasservögeln weit verbreitet.

Das Risiko für Menschen, an einer H5N1-Infektion zu erkranken, ist zur Zeit weltweit äußerst gering. Die Inkubationszeit des Virus A/H5N1 beträgt zwischen 2 und 8 Tagen. Nach Krankheitsbeginn sind regelmäßig zunächst grippeähnliche Anzeichen beobachtet worden, im weiteren Krankheitsverlauf gefolgt von Magen-Darm-Beschwerden, Erhöhung der Leberwerte, Leukopenie, Anämie und Thrombozytopenie. Die Erkrankten verstarben an einem Multiorganversagen.
Seit geraumer Zeit hat die WHO dem Erreger A/H5N1 unverändert die Pandemie-Warnstufe 3 zugeordnet, das heißt den Beginn der Alarmphase, der dadurch definiert ist, dass die Viren in seltenen Einzelfällen von Tieren auf den Menschen übergegangen sind.

Als sinnvoll bei engem Kontakt zu kranken Tieren ausgewiesen werden geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe, Schutzbrille und insbesondere Mundschutz.
Eine präventive Bevorratung mit Oseltamivir wird vom Deutschen Auswärtigen Amt ausdrücklich nicht empfohlen. Vor einer präventiven Einnahme antiviraler Mittel wird gewarnt – sie könnte das Entstehen von resistenten Virenstämmen begünstigen.
Eine Impfung gegen A/H5N1 wird seit geraumer Zeit in diversen Labors erforscht und wird in Kürze für Menschen zur Verfügung stehen. Damit eine Impfung sicher gegen ein Virus zu wirken vermag, müssen insbesondere dessen Oberflächenproteine bekannt sein. Gegen die momentan zirkulierenden H5N1-Virusstämme kann daher eine wirksame Impfung entwickelt werden, nicht aber gegen heute noch völlig unbekannte, künftige Virusstämme.