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'Antibiotikaverbot in der Tiermast verhindert Resistenzen bei Durchfallerregern', Version vom 19.04.2006, zum Druck erstellt am 24.07.2008 um 6:48 Uhr
Antibiotikaverbot in der Tiermast verhindert Resistenzen bei Durchfallerregern
Canberra - Seit Anfang 2006 ist der Einsatz von Antibiotika als “Leistungsbeschleuniger” in der Tiermast in der Europäischen Union generell verboten. Nach einer Studie in Clinical Infectious Diseases (Ausgabe 15. Mai) könnte dieses Gesetz, wenn es denn eingehalten wird, zu einem Rückgang der Antibiotikaresistenzen beim Menschen führen.
Anders als in vielen anderen Industrieländern war es in Australien seit jeher verboten, Fluorochinolone wie Ciprofloxacin als Mastbeschleuniger einzusetzen. Dadurch sollte verhindert werden, dass der Verdauungstrakt der Tiere mit antibiotika-resistenten Keimen besiedelt wird und dass diese Erreger schließlich auch beim Menschen auftreten. Beweisen lässt sich der Zusammenhang nur schwer, doch die Daten, die Leanne Unicomb von OzFoodNet, einer in Canberra ansässigen regierungsnahen Forschungsinitiative, zusammengestellt hat, sind ein deutlicher Hinweis.
Die Forscherin untersuchte Isolate von 585 Personen, die infolge einer Infektion mit Campylobacter jejuni erkrankt waren. Keiner der Patienten war im Monat vor der Untersuchung mit Fluorochinolonen behandelt worden. Nach den jetzt vorgestellten Ergebnissen waren nur 2 Prozent der Campylobacter-Isolate resistent auf Ciprofloxacin. Diese Rate liegt nach Aussage von Unicomb deutlich niedriger als in den meisten anderen Industrieländern, wo bis zu 29 Prozent aller Campylobacter-Isolate resistent auf ein Fluorochinolon sind, noch bevor die Patienten mit diesem Antibiotikum behandelt wurden.
Nach Auskunft der Infectious Diseases Society of America (IDSA) ist Campylobacter jejuni in Industrieländern eine der häufigsten bakteriellen Ursachen für Nahrungsmittelvergiftungen. Antibiotikaresistenzen könnten die Behandlung der Patienten im Einzelfall deutlich erschweren und längere Durchfallerkrankungen bis hin zum Tod zur Folge haben. Ähnlich positive Erfahrungen wie Australien haben nach Auskunft der IDSA auch Norwegen und Schweden gemacht.
In Norwegen war der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast niemals erlaubt. Schweden verbot ihn bereits 1986. In den USA konnte die Nahrungsmittelindustrie ein Verbot durch die FDA im Jahr 2000 zunächst erfolgreich anfechten, sodass es erst im September 2005 in Kraft trat. Auch in Europa bedurfte es langjähriger Bemühungen, bis sich die EU zu einem Verbot durchringen konnte, das seit Anfang 2006 gilt.
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Quelle: Newsletter Deutsches Ärzteblatt vom Dienstag, 18. April 2006
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[1] http://www.journals.uchicago.edu/CID/journal/issues/v42n10/38489/38489.web.pdf
[2] http://www.eurekalert.org/pub_releases/2006-04/idso-lau041706.php
[3] http://www.ozfoodnet.org.au/