Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. - www.p-e-g.org
'MRSA-Infektionen ', Version vom 02.11.2006, zum Druck erstellt am 25.07.2008 um 7:26 Uhr
MRSA-Infektionen
Eine Arbeitsgruppe der Universität Chicago hat in den Proceedings of the National Academy of Sciences einen Impfstoff gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)-Bakterien vorgestellt. Die Entwicklung der Vakzine begann zunächst mit dem Durchsuchen von Gendatenbanken nach Abschnitten im Erbgut der Bakterien, die Proteine auf der Zellmembran kodieren könnten. Bei diesem als „Reverse Impfstoffentwicklung“ („reverse vaccinology“) genannten Verfahren werden die infrage kommenden Gene in Proteine umgesetzt. Diese Proteine wurden dann an Mäusen getestet. Der jetzt vorgestellte Impfstoff mit den Proteinen IsdA, IsdB, SdrD und SdrE war in der Lage, 60-100% der Mäuse vor einer Infektion durch verschiedene MRSA-Stämme zu schützen. Darunter befand sich auch der sehr virulente Stamm USA400, der sich derzeit außerhalb von Kliniken („community-acquired“) ausbreitet. Der verfolgte Ansatz für die Entwicklung eines MRSA-Impfstoffes scheint vielversprechend zu sein. Mit Hilfe einer ähnlichen Technik wurden in den letzten Jahren bereits Impfstoffe gegen Streptokokken der Gruppen A und B und gegen Meningokokken der Gruppe B entwickelt.
Weitere Informationen zu diesem Artikel:
URL zu diesem Artikel:
http://www.p-e-g.org/aktuelles/231
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/0606863103v1