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Einleitung
Die durch Rhizopus verursachte Zygomykose ist eine aggressive und schnell fortschreitende Pilzinfektion, die zu den opportunistischen Erkrankungen gezählt wird. Prädisponierende Faktoren sind schwere körperliche Erkrankungen oder metabolische Störungen, die zu einer Schwächung des Immunsystems des Patienten führen.
Infektionen mit Rhizopus zeichnen sich durch angioinvasives Wachstum, Nekrosen des infizierten Gewebes und Befall des Perineuriums aus. Bemerkenswert für eine Pilzerkrankung ist in diesem Zusammenhang der Einbruch in das Gefäßsystem.
Methoden
Es wird über 5 Patienten mit einer Rhizopus Infektion berichtet.
Ergebnisse
Patient 1 (männlich, 72 Jahre alt):
Bis auf eine Appendektomie mit anschließender sekundärer Wundheilung lag eine unauffällige Krankengeschichte vor. Eine Störung des Immunsystems war nicht bekannt. Der Patient wurde aufgrund eines Adhaesionsileus chirurgisch behandelt. Postoperativ war es zu einer Peritonitis mit septischem Schock gekommmen.
Patient 2 (männlich, 53 Jahre alt):
Vorerkrankungen: Dialysepflichtige terminale Niereninsuffizienz. Der Patient entwickelte einen septischen Schock aufgrund einer ischämischen Kolonnekrose. Es folgte eine protrahierte Peritonitis bei rezidivierenden Darmfisteln.
Patient 3 (männlich, 42 Jahre alt):
Die Krankengeschichte war bisher unauffällig. Die Aufnahme auf die Intensivstation erfolgte aufgrund einer Gastrektomie bei Karzinom. Postoperativ entwickelte sich ein Pleuraempyem mit massiver Pneumonie, rezidivierende subphrenische Abszesse, Pankreasfisteln und eine Peritonitis bei Fisteln der linken Colonflexur.
Bei allen drei Patienten erfolgte der mikrobiologische Nachweis einer abdominellen Infektion mit Rhizopus nach 1 / 2 / 2,5 (Patient 1 / 2 / 3) monatiger Therapie mit mehrfachen Spülungen des Abdomens und unter antibakterieller chemotherapeutischer Behandlung. Bei den Patienten 1 und 2 wurde eine Therapie mit Amphotericin B, bei Patient 3 eine Therapie mit liposomalem Amphotericin B durchgeführt.
Patient 4 (weiblich, 73 Jahre alt):
Protrahierter Verlauf bei infizierter Hüft-TEP und infiziertem femoropoplitealem Bypass. Es entwickelte sich eine Pneumonie mit schwerer Sepsis, ARDS und akutem Nierenversagen. Nachweis von Rhizopus in der bronchoalveolären Lavage. Therapie mit Amphotericin B.
Patient 5 (männlich, 68 Jahr alt):
Nierentransplantierter Patient im akuten Nierenversagen. Abszedierende Pneumonie rechtsseitig, Pleuraempyem. Rhizopus Nachweis aus Empyemflüssigkeit. Es folgten die Unterlappenresektion der rechten Lunge sowie die Resektion der Transplantatniere aufgrund Abstoßung. Bei zusätzlich nachgewiesener Candidämie und mehrfachen septischen Phasen erfolgte die Behandlung mit Caspofungin.
4 von 5 Patienten verstarben trotz maximaler Therapie. Nach mikrobiologischen Untersuchungen bestand kein Anhalt für eine Kontamination mit Rhizopus auf der Intensivstation.
Schlussfolgerung:
In der aktuellen Literatur sind nur wenige Fälle einer durch Rhizopus verursachten Zygomycose beschrieben. Am häufigsten wird über kleine Untergruppen berichtet. Verschiedene Therapieregime sind mit den Methoden der Evidence Based Medicine daher nur schwer festzulegen. Die Therapie wird durch den Befall der Blutgefäße, der intravasalen Vermehrung und Ausbreitung, sowie dem daraus folgenden Problem der Thrombosierung und Infarzierung erschwert. Wenn möglich sollte eine aggressive chirurgische Sanierung und eine Chemotherapie mit Amphotericin durchgeführt werden.
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