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Was ist der Stellenwert des beta – Glucan Testes?

 

 

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Cornelia Lass-Flörl

Med. Universität Innsbruck
Institut für Hygiene
Fritz-Pregl-Straße 3 / III
A - 6020  Innsbruck
Fon: +43/512/9003-70725
Fax: +43/512/9003-73700
E-mail: cornelia.lass-floerl@i-med.ac.at

 

 
 

 

 

 

Aufgrund des vielfältigen Erscheinungsbildes und der wechselnden unspezifischen klinischen Symptome, gestaltet sich die Diagnose der invasiven Pilzinfektionen sehr schwierig. Gerade bei immunsupprimierten Patienten kann eine starke Diskrepanz zwischen einer eher milden Symptomatik bei bereits fortgeschrittener Infektion beobachtet werden. Unter den Pilzen stellen Candida albicans und Aspergillus spp. die häufigsten Erreger dar, in den letzten Jahren wurden jedoch auch zunehmend Infektionen mit Hyalohyphomykosen  sowie C. non-albicans festgestellt. Schon Ende der 70er Jahre wird die Wichtigkeit einer frühzeitigen Diagnose und die schnelle Einleitung einer antimykotischen Therapie hingewiesen.
Die mykologische Diagnostik kann die mikroskopische Untersuchung, die kulturelle Anzucht und fallweise eine serologische/molekularbiologische Untersuchung umfassen.
Über die serologische Pilzdiagnostik für Aspergillen und Candida gibt es sehr viele Veröffentlichungen, jedoch stellt sich die Datenlage als widersprüchlich dar. Spezifität (50-90%) und Sensitivität (70-90%) schwanken in Abhängigkeit der einzelnen Testassays beträchtlich.
Basierend auf einer modifizierten Anwendung des LAL-Tests für Endotoxine gibt es nun kommerzielle Tests zum quantitativen Nachweis von ß-D-Glucan (BDG). BDG ist ein Zellwandbestandteil der meisten pathogenen Pilze. Ausnahmen sind Cryptococcus neoformans und Zygomyceten (Absidia, Mucor und Rhizopus, welche BDG nicht produzieren).  
Es existieren verschiedene BDG – Testkits, die unterschiedliche Lysate, Einsatzgebiete, Nachweisgrenzen und Methoden (chromogenic or turbidimetric assays) haben. Kommerziell werden derzeit z.B. Fungitec-G® (Japan), Glucatell® und Fungitell® (USA) angeboten. Als geeignetes Material gelten je nach Testkit Blut, Serum, BAL und Liquor. Die Definitionen der Cut-Off Werte sind bislang noch nicht abgeschlossen und variieren vom eingesetztem Testassay. Als Referenzwerte für den Fungitell-Kit® werden z.B. folgende  Normwerte vorgeschlagen: < 60pg/ml Negativ, 60-79 pg/ml Intermediär und > 80 pg/ml Positiv. Normalerweise beinhaltet humanes Serum ca. 10-40 pg/mL BDG, welches über die Nahrung aufgenommen wird. Bei einem Cut-off von 80 pg/ml werden in der Literatur unterschiedliche Ergebnisse der Effektivität angegeben: 50-70% Sensitivität und 80-90% Spezifität. Untersuchungen mit dem Glucatell® Test und einem Cut-Off von 60pg/ml zeigten bei nicht neutropenischen Patienten mit invasiver Candidiasis eine Sensitiviät von 100%  und Spezifität von 90%.
Falsch-positive Ergebnisse werden bei Dialysepatienten, Bluttransfusionen, Gabe von iv-Immunglobulinen, Plastik-Blutentnahmeröhrchen, und bei Patienten mit Staphyloccocus aureus Infektionen beschrieben. Wie bei anderen serologischen Untersuchungen ist auch für den BDG Nachweis bei Risikopatienten eine serielle Probenuntersuchung empfohlen.
Um Kontamination mit BDG zu vermeiden, muss bei der Probenabnahme bzw. Bearbeitung darauf geachtet werden, dass kein Kontakt mit Cellulose-Filtern, Gauze und Tupfern besteht.  
Ein erhöhter β-D-Glucan-Spiegel  wird auch bei Pneumocystis- Infektionen beschrieben. Die BDG-Spiegel waren unter Therapie mit TMP/SMZ rückläufig. Gute Erfolge wurden beim ß-D-Glucan Monitoring bei invasiver Candida-Infektion  aufgezeigt. 88% der Patienten hatten rückläufige BDG-Werte bei erfolgreicher antimykotischen Therapie, hingegen ansteigende Spiegel bei progredienten Infektionen.
Zusammenfassend wird festgehalten, dass die BDG-Testung derzeit noch nicht zur alleinigen Diagnostik invasiver Mykosen validiert ist. Die Wertigkeit gegenüber dem Galactomannan Tests bei Aspergillose  bzw. gegenüber der PCR ist noch unklar. Der Verlauf der β-D-Glucanspiegel im Serum scheint mit dem klinischen Ansprechen zu korrelieren. Ein gewisser Nachteil ist wohl die Tatsache, dass beim BDG Tests nicht zwischen Candida- und Aspergilusinfektionen unterschieden werden kann.

Literatur
Odabasi Z , CID, 2004
Miyazaki T, JCM, 1995
Yoshida K, N Ishinkin GZ, 2006
Pickering J, JCM, 2005
Pazos C, JCM, 2005
Utrsami, M, Transfusion, 2002
Ostrosky-Zeichner, CID 2005