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Gewebs – PCR- reif für die klinische Routine ?

 

 

Volker Rickerts

Klinikum der J.W. Goethe – Universität Frankfurt/ Main
Medizinische Klinik II
Infektiologie
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt/Main
Fon: 069/6301-6383
Fax: 069/6301-6378
E-mail: Rickerts@em.uni-frankfurt.de

 

 
 

 

 

 

Mit zunehmenden antimykotischen Therapieoptionen kommt der ätiologischen Diagnostik bei invasiven Schimmelpilzinfektionen eine größere Bedeutung zu.

Der kulturelle Erregernachweis aus nicht invasiv gewonnenen Proben kann Ausdruck einer Kontamination der Atemwege sein und ist oft erst spät im Verlauf einer Erkrankung möglich. Die Anzucht von Schimmelpilzen aus Biopsien ist nur in etwa 50% der Fälle möglich.

In Tiermodellen invasiver Schimmelpilzinfektionen ist der Erregernachweis mittels PCR sensitiver als der kulturelle und mikroskopische Nachweis.

Daten zum Nachweis von Schimmelpilzen aus klinischen Organbiopsien mittels PCR liegen von mehreren Arbeitsgruppen vor. Der Erregernachweis gelingt meist in kulturell negativen wie  positiven Proben. In einer Untersuchung war der Erregernachweis signifikant häufiger mittels PCR möglich als mittels Kultur in histopathologisch positiven Proben.

Unterschiede in der Extraktion, den Zielsequenzen und damit den erfassten Schimmelpilzen machen einen direkten Vergleich der einzelnen Methoden schwierig. Ein prospektiver Vergleich der verschiedenen Methoden erscheint wichtig, da die unterschiedlichen Ansätze sich in der Möglichkeit von Kontaminationen, im erfassten Erregerspektrum und in der Detektion von Mischinfektionen unterscheiden dürften. Die praktische Relevanz dieser Unterschiede ist jedoch unklar.

In histopathologisch positiven Proben ist der Erregernachweis mittels PCR in kulturell negativen Proben sinnvoll. Ein Erregernachweis mittels PCR in histopathologisch negativen Biopsien ist mit großer Vorsicht zu interpretieren.

Der Erregernachweis mittels PCR sollte zusätzlich zu kulturellen und histopathologischen Untersuchungen durchgeführt werden bei Patienten mit progredienten Infektionen unter antimykotischer Therapie und behandelbarer Grunderkrankung, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.