Scedosporium

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Studienprojekt: „Scedosporium -Infektionen“

Koordination: Regine Horré, Bonn und Karin Tintelnot, Berlin

Im Jahr 2002 wurde die „ ECMM Working Group on Pseudallescheria / Scedosporium Infections“ der European Confederation of Medical Mycology gegründet. Die Sektion Antimykotische Chemotherapie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V. zu integrieren. unterstützt dieses Projekt nachdrücklich und bittet alle Interessierten um aktive Beteiligung, insbesondere durch Meldung von klinischen Fällen.

Die Gattung Scedosporium beinhaltet derzeit zwei medizinisch relevante Spezies : S. prolificans und S. apiopspermum (anamorphe Form; teleomorph: Pseudallescheria boydii ). Ersterer ist seit 1991 als Infektionserreger in Europa mit zumeist letalem Verlauf bekannt. Demgegenüber wurden bereits 1889 Infektionen durch P. boydii beschrieben. Seit 1975 ist ein Wandel der Infektionslokalisation von lokal begrenzten Myzetomen bei immunkompetenten Patienten nach traumatischer Erregerinokulation (von 1889 bis 1974) zu systemischen und disseminierten Infektionen bei immunsupprimierten Patienten erkennbar. Betroffen sind vorwiegend hämato-onkologische Patienten und solche nach solitären Organtransplantationen während HIV-Patienten derzeit kein erhöhtes Risiko zuzuordnen ist. Als Risikofaktor wird der Applikation von Glukokortikoiden die größte Bedeutung beigemessen. In den letzten Jahren wurde vermehrt auf die Bedeutung einer Besiedlung des Respirationstrakts von Patienten mit mehrjährig bestehender zystischer Fibrose (CF) hingewiesen und vor Lungentransplantationen bei P. boydii besiedelten CF-Patienten gewarnt. Als eigenes Krankheitsbild kann die Infektion nach Beinahe-Ertrinken betrachtet werden. Nach Aufnahme von erregerhaltigem Wasser kommt es nach Abklingen bzw. erfolgreicher Behandlung primärer Infektionen (z. B. durch Aeromonaden) nach mehreren Wochen verzögert zu meist zerebralen P. boydii Infektionen mit hoher Letalität.

Die Arbeitsgruppe hat sich die Erforschung der Verbreitung von Scedosporien in der Umwelt, des Übertragungsmodus, der klinischen Relevanz und von erregerspezifischen Virulenzfaktoren (einschließlich Resistenzmechanismen) zur Aufgabe gemacht. Daneben sollen Leitlinien für den klinischen Alltag erarbeitet werden. Um die Meldung aktueller klinischer Fälle an Frau Dr. Tintelnot (TintelnotK(at)rki.de), Frau Dr. Horré (horre(at)bfarm.de) oder an Prof. de Hoog (de.hoog(at)cbs.knaw.nl) wird gebeten. Weitere Informationen sind der Homepage der Arbeitsgruppe (http://www.scedosporium-ecmm.com/) zu entnehmen.

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